Mami-Check: Aggstein Escape auf der Burgruine Aggstein

Oktober 2020

Letztes Wochenende haben wir zu 5. (Eltern, Bub fast 10 Jahre, 2 Mädchen mit 7 und 4 Jahren) einen Ausflug nach Niederösterreich zur Burgruine Aggstein gemacht, um dort ein Abenteuerspiel zu testen. Die Ruine war gut beschildert und leicht zu finden. Man kann entweder am Fuß des Hügels parken und einen kurzen Fußmarsch durch den Wald nach oben gehen oder faul wie wir mit dem Auto direkt zur Ruine fahren. Dort stehen reichlich Parkplätze zur Verfügung. 

An der Kassa wurden wir freundlich empfangen und konnten aus 3 verschiedenen Abenteuerspielen wählen: In „Anna und der Heiltrank“ muss man die fehlende Pflanze für den namensgebenden Heiltrank finden, bei „Hademar und das fehlende Kettenglied“ wird versucht ein Kettenglied herzustellen, damit Hademar Buße tun kann und in „Jörg Scheck und sein dunkles Vermächtnis“ sollen 3 Gegenstände gefunden werden, die 3 Seelen befreien können. Die freundliche Dame an der Kasse versicherte uns, dass alle 3 Abenteuerspiele den gleichen Schwierigkeitsgrad und die gleiche Länge aufweisen. Nach einiger Diskussion haben sich die Kinder schließlich auf „Anna“ geeinigt. Die Kinder bekamen einen interaktiv sprechenden Stein, einen Talisman mit Schlüssel sowie einen Plan der Ruine mit Stift ausgehändigt. 

Das Spielkonzept ist einfach - nach einer interaktiven Einführung erfährt man schon, wo in der Burgruine man den ersten Hinweis finden wird. Hat man die Stelle gefunden, muss man das Symbol seines Abenteuerspiels finden - Anna hat eine Efeuranke, Hademar eine Kette und Jörg Scheck eine Rose. So wird vermieden, dass man versehentlich Rätsel eines anderen Abenteuerspiels löst. Dieses Konzept haben auch die Kinder schnell verstanden. Ist man am gesuchten Ort angekommen und hat das Symbol gefunden, kann man den magischen Stein an die Tafel halten, woraufhin er bunt zu leuchten und schließlich zu sprechen beginnt und das Rätsel offenbart. Es stehen jeweils 3 Antwortmöglichkeiten zur Verfügung - wählt man öfters die falsche, entlädt sich der Stein und verliert seine Zauberkraft. Auf dem Burgplan sind jedoch einige Aufladestationen eingezeichnet, an denen man dem Stein unendlich oft seine Kraft zurückverleihen kann. Die Rätsel waren verschiedenster Art und wurden den Kindern nicht langweilig - da gab es Puzzles zu lösen, Gegenstände zu finden, Symbole zu entziffern, aber auch Knobelspiele waren dabei. Gelegentlich mussten mit dem Schlüssel Kästen oder Türen aufgesperrt werden. „Anna“ und „Hademar“ halten sich vorwiegend im vorderen Teil der Ruine auf, während „Jörg Scheck“ und ein noch nicht angebotenes, aber schon beschildertes Spiel den hinteren Teil abdecken. Dies ist an besucherstarken Tagen im Sommer sicher gut gelöst, um sich nicht in die Quere zu kommen. Jetzt im Herbst waren wir jedoch absolut ungestört und alleine unterwegs. 

Für die Kinder war es aufregend und die Ruine wunderschön anzuschauen. Wir wurden treppauf und treppab, in Kellergewölbe und unterirdische Küchen geschickt und waren gut 2 Stunden unterwegs (wir haben eher langsam gespielt). Überall gab es auch Infotafeln mit allerlei historisch Wissenswertem zu lesen. Unsere Kinder hatten zwar kein Interesse an diesen, aber wir haben es genossen, auf diese Art und Weise sogleich auch etwas über die Geschichte der Burg und die Funktionen der Räume zu erfahren. 

Im Großen und Ganzen galt es in unserem Fall Informationen über die Heilpflanze zu sammeln und mitzuschreiben. Ehrlicherweise haben die Kinder diese Hinweise zu Beginn nicht mitbekommen. Hätte ich sie nicht für sie notiert, wäre das Rätsel nicht zu lösen gewesen. Auch an 2 Stationen mussten wir aktiv aushelfen, was aber weder uns noch die Kinder gestört hat. Es wurde uns auch gesagt, dass dies bei jedem Spiel der Fall ist, sodass empfohlen wird, immer mindestens einen Erwachsenen in der Spielgruppe zu haben. 

Zwei Mal wussten jedoch auch wir Eltern nicht weiter, weil wir mit den Kindern an der falschen Stelle gesucht haben. Zusätzliche Hinweise kann man sich nirgends holen, uns wurde von einer Tourismusführerin in der Burg ausgeholfen. Das Spiel müsste man jedoch auch ohne Hilfe nicht unterbrechen - die richtige Antwort kann ja nur eine der drei Auswahlmöglichkeiten sein, im Notfall bleibt es zu raten. 

Hat man das Rätsel gelöst, kann man die Burg so lang man möchte noch selbst erkunden. Es findet sich auch eine Ausstellung über die Nibellungensaga, die in vielen kleinen Stationen dargestellt und durch kurze Texte erklärt ist. Im Innenhof kann man sich in der Taverne mit kalten und warmen Speisen stärken.

Das Fazit der Kinder war einstimmig, dass wir bald wiederkommen und auch ein Abenteuerspiel im hinteren Teil der Burg machen sollen. Die 4jährige war natürlich keine große Hilfe beim Rätseln, hatte aber Spaß daran, die Schlüssel/Talismankette oder den magischen Stein zu tragen und an die Antwortfelder zu halten. So konnte sie auch aktiv etwas zur Lösung beitragen. Die 7jährige musste des Öfteren aktiv auf Lösungswege gestoßen werden, während der knapp 10jährige (begeisterter Escape-Room-Spieler) beinahe alle Rätsel auch ohne unsere Hilfe lösen hätte können. Komplett alleine wird es vermutlich ab circa 14 Jahren gehen. Direkt im Hochsommer zur Urlaubszeit würde ich das Spiel wohl nicht empfehlen, da wir zumindest bei unserem Spiel zum Großteil in Bereich den Burg ohne Schatten aufgehalten haben. Zudem kann es vorkommen, dass eine andere Gruppe gleichzeitig das gleiche Abenteuerspiel spielt und man dann an den einzelnen Stationen warten muss, bis diese wieder frei ist.

Monika und Familie

(c) Mamilade

Tipp Info

KONTAKT

Burgruine Aggstein
T: +43 (0)2753 8228 1

ADRESSE

Burgruine Aggstein
Aggsbach Dorf, 3642
Österreich

Öffnungszeiten

Mar-Okt jeweils Mo-So 9:00-18:00

Jun-Aug 9:00-19:00

Stand: Sep. 2020

Eintrittspreis

*Familienpreis*:

2 Kinder (6-14 Jahre)+2 Erwachsene: € 48,-

Kinder bis 5 Jahre: frei

Stand: Sep. 2020

Kinderalter

ab 6 Jahren
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VERANSTALTUNGEN

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