Wohnung einrichten mit Kind – die ultimative Checkliste

Wohnen mit Kind erfordert ein Umdenken der Eltern. Schließlich gehen von Möbeln, Pflanzen und Elektrogeräten Risiken aus. Um die Gefahren zu minimieren und gleichzeitig ein behagliches Zuhause für die Kleinsten zu schaffen, braucht es einige Hilfsmittel und eine systematische Kontrolle der Räume. Wir haben praktische Tipps und Wissenswertes in einer Checkliste arrangiert.

1. Ein Leben ohne Wohngift

Ob Formaldehyd im Bodenbelag, Weichmacher in Kunststoffmöbeln und Wandfarben oder Lösemittel in Spanplatten – leider gibt es viele gesundheitlich bedenkliche Substanzen, die Wohnungen und damit die Bewohner belasten. Für ein möglichst gesundes Zuhause müssen Wohngifte gezielt gemieden werden. Besonders Kinder und ältere sowie kranke Menschen reagieren sensibel darauf. Aber auch jeder Erwachsene kann unter dem negativen Einfluss leiden und beispielsweise schwere Atemwegserkrankungen oder Allergien entwickeln.

Im Idealfall wird nicht nur im Kinderzimmer auf eine unbedenkliche Einrichtung geachtet, sondern in der gesamten Wohnlandschaft. Ansonsten gelangen Schadstoffe über den Hausstaub in die Atemluft und verteilen sich raumübergreifend. Der Kauf von Einrichtungsgegenständen bei ökologischen Fachgeschäften ist generell ratsam. Darunter die seit 20 Jahren bestehende Allnatura Vertriebs GmbH & Co. KG mit Sitz in Deutschland. Das Unternehmen hat sich auf ökologische Schlafsysteme und Möbel spezialisiert und präsentiert im Onlineshop für Österreich von Kindertisch und Krabbeldecke für den Spielbereich über Kinder- und Jugendbetten bis zum Elternschlafzimmer zahlreiche Produkte. Einige wurden vom deutschsprachigen Verbrauchermagazin Öko-Test positiv bewertet. Massivholz (ohne Lackierung) ist generell empfehlenswert, weil es mit seiner feuchtigkeitsregulierenden Eigenschaft das Raumklima verbessert.

Bei Farben und Lacken, die zur Wandgestaltung Verwendung finden, ist ein kritischer Blick auf die Inhaltsstoffe ebenso wichtig. In den vergangenen Jahren wurden viele Lösemittel durch Wasser ersetzt, was Lacke und Anstriche weniger gefährlich macht. „Doch auch Wasserlacke enthalten bis zu zehn Prozent organische Chemikalien, die als Co-Löser wirken“, lautet die Warnung auf der Internetseite zum Österreichischen Umweltzeichen, die vom Bundesministerium für Klimaschutz, Umwelt, Energie, Mobilität, Innovation und Technologie (BMK) herausgegeben wird. „Selbst Ökolacke können bei falscher Verwendung zu gesundheitlichen Problemen führen“, fügen die Experten hinzu. Besonders bei den flüchtigen Bestandteilen sei eine möglichst verträgliche Zusammensetzung entscheidend.

Farben und Lacke mit dem Österreichischen Umweltzeichen sind besonders arm an Lösemitteln und frei von Weichmachern.

2. Sicherheitsfaktoren bei Möbeln, mögliche Gefahren?

Eine der größten Risiken in Bezug auf das Mobiliar ist dessen Kippgefahr. Viele Kleinkinder klettern gern auf Regale, Kommoden und Schränke. Sind die Möbelstücke nicht fixiert, können sie umkippen und Kinder durch Gewicht und Konstruktion schwer verletzen. Bereits im Baby-Alter, wenn die Kleinsten sich an Objekten hochziehen, wird es schnell gefährlich. Bei vielen Möbeln ist bereits beim Kauf das Montagematerial zur Wandfixierung dabei. Falls nicht, gibt es in Baumärkten Winkel, Dübel und Co. zum Befestigen. 

Auch eingeklemmte Finger sind keine Seltenheit beim Wohnen mit Kind. Jedoch lassen sich derartige Verletzungen mit Kindersicherungen verhindern. Praktische Tricks für kindersichere Wohnungen verrät die Marke Bosch online im Bereich DIY Wissen.

3. Treppen – es besteht akute Sturzgefahr

Sobald Babys mit dem Krabbeln beginnen, wird es an Treppen und Absätzen kritisch. Einen Moment nicht aufgepasst und das Kind stürzt hinunter. Treppenschutzgitter beugen derartigen Szenarien vor. Moderne Modelle sind schnell montiert und bei einem Umzug teilweise sogar rückstandslos abnehmbar. 

4. Achtung: Giftige Substanzen lauern überall

Putzmittel, Waschpulver und andere Haushaltsprodukte können für den Nachwuchs lebensbedrohlich werden. Trinken oder verschlucken die Kleinen derartige Mittel, drohen Vergiftungen, Atemnot und mehr. Umso wichtiger, dass derartige Substanzen außer Reichweite von Kindern aufbewahrt werden. 

Auch bei Pflanzen ist Vorsicht geboten – ob Zimmerpflanzen oder im Garten. Viele Arten sind giftig. Im Elternratgeber hat das Salzburger Bildungswerk Giftpflanzen in Haus und Garten zusammengefasst. Darunter Efeu, Engelstrompete, Eibe, Stechpalme und Fingerhut. 

5. Risiken in der Küche

Ob Messer, die heiße Herdplatte oder der Mixer: In heimischen Küchen ergeben sich zahlreiche Risiken für den Nachwuchs. Neben Hilfsmitteln wie Herdschutzgittern ist eine klare Kommunikation elementar, um die Gefahren deutlich zu machen. Eine große Erleichterung kann die Anschaffung eines sogenannten Lernturms sein. Sie eignen sich ab einem Alter von rund zwei Jahren optimal, damit die Kinder in der Küche mithelfen können. Anders als bei herkömmlichen Stühlen können sie hier nicht nach hinten und auf den Boden fallen. Dies wird von einer rückseitigen Sicherung verhindert.

6. Ein eigenes Kinderzimmer - ab wann brauchen Kinder ein Zimmer für sich?

Eine Frage, die viele Eltern über Jahre beschäftigt und keine pauschale Antwort zulässt. Dafür sind die individuellen Bedürfnisse von Nachwuchs und Erwachsenen zu verschieden. Fest steht jedoch, dass Kinder ihr eigenes Zimmer oft wesentlich später benötigen, als viele Eltern erwarten. Zumindest im ersten Lebensjahr ist ein eigenes Zimmer generell nicht notwendig. Babys benötigen die Nähe der Eltern in dieser Phase verstärkt. Und selbst dann, wenn sie sich eigenständig fortbewegen können, halten sie sich am liebsten dort auf, wo ihre Bezugspersonen sind. Sie spielen beispielsweise in der Spielecke im Wohnzimmer oder mit der Spielküche in der Küche. 

Zwischen den ersten zwölf und 36 Monaten können sich Kinder bereits allein beschäftigen. Teilweise bis zu einer halben Stunde. In dieser Zeit kann das Einrichten eines eigenen Zimmers durchaus sinnvoll sein, um die Entwicklung zu fördern. Zudem können die Eltern bei einem separaten Kinderzimmer ihr Schlafzimmer wieder als persönlichen Rückzugsort nutzen.

Tipp: Bei Geschwistern wird oft zu einem eigenen Zimmer für jedes Kind geraten. Dies ist jedoch aus Platzmangel nicht immer möglich. Wer mit den Kindern offen kommuniziert, kann gemeinsam Kompromisse erarbeiten. Womöglich entstehen so bedarfsgerechte Ideen, um trotz des gemeinsam genutzten Raums die nötige Privatsphäre für beide zu schaffen. Mit platzsparenden Klappmöbeln, Raumteilern oder textilen Barrieren lassen sich Flächen effizient einrichten und Zonen schaffen. Hinzu kommt, dass viele Geschwister viele Jahre gar nicht getrennt werden möchten. Sie verbringen ihre Zeit lieber zusammen – dann wäre es schade, sie aus Prinzip räumlich zu trennen.

 

Bilderquelle: Mylene2401 (Wickelkommode); Nikiko (Efeu); Magnascan (Gasflamme), Pixabay

 

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