Kategorien: Niederösterreich - Burgen & Schlösser
Einst war Burg Liechtenstein Teil eines Befestigungsgürtels am Ostrand des Wienerwaldes.
Die Lage der Burg Liechtenstein in ca. 300m Seehöhe auf einem rund 50m langen und 12 bis 15m breiten Kalkfelsen ermöglichte gute Sichtverhältnisse, besonders nach Osten, von wo damals die gefährlichsten Feinde kamen.
Die ältesten Teile der Burg wurden vermutlich um das Jahr 1100 errichtet. Zubauten zur Burg Liechtenstein erfolgten im 13., 14., und 15. Jahrhundert. Bereits im Mittelalter hatte die Burg Liechtenstein ihre endgültige, im Felsfundament vorgegebene Größe erreicht. Die Steinquader wurden aus dem 50km entfernten Römersteinbruch in St. Margareten (im Burgenland) transportiert. Der "lichte" Stein wurde namensgebend für die Burg.
Die erste urkundliche Erwähnung der Burg stammt aus dem Jahre 1136. Zweimal gelang es den türkischen Truppen auf ihrem Weg nach Wien, Burg Liechtenstein einzunehmen, zu verwüsten und in Brand zu stecken. Während sie nach dem Türkeneinfall von 1529 notdürftig wieder instand gesetzt und 1587 sogar zur offiziellen Zufluchtsstätte für die Bewohner der Orte Enzersdorf und Hinterbrühl erklärt wurde, blieb sie nach der Zerstörung von 1683 rund 200 Jahre lang eine Ruine.
Die Feste gilt als Stammburg der Fürsten von und zu Liechtenstein, was bisher weder bewiesen noch widerlegt werden konnte; doch deutet einiges darauf hin, dass die Liechtensteiner die ersten Bauherren waren und die Burg bis Ende des 13. Jahrhunderts inne hatten. Später wechselte sie häufig ihre Besitzer.
Die prominentesten waren zuerst die Grafen Cilli, die Familie Habsburg, der ungarische König Matthias Corvinus, die Freiherren von Khevenhüller und schließlich Fürst Stanislaus Pontiatowsky. Von ihm kaufte Fürst Johann I. von Liechtenstein am Weihnachtstag des Jahres 1807 die Burg, die seinen Namen trug, und sie ist seither im Eigentum des Liechtensteinischen Fürstenhauses.
Fürst Johann I. von und zu Liechtenstein machte zwar die Ausgestaltung des Gebietes rund um die Burg zu seinem Lebenswerk - er ließ auf den kahlen Hügeln die Föhrenwälder pflanzen und verschiedene Bauwerke errichten, von denen das prächtigste das Schloss Liechtenstein ist - die Renovierung der Burgruine jedoch führte erst sein Enkel, Fürst Johann II. von und zu Liechtenstein aus. In den Jahren 1884 bis ca. 1900 erhielt die Burg dann durch die Architekten Gangolf Kayser und Hubert Walcher Ritter von Molthein ihr heutiges Aussehen.
Die Burg Liechtenstein darf nach Entrichtung des Eintrittspreises auf eigene Faust durchstreift und erforscht werden. Burgführer sind am Kiosk erhältlich.
Die letzte Führung erfolgt täglich um 16:00 Uhr (Nov-Dez 15:00 Uhr). Unter der Woche finden die Führungen zu jeder vollen Stunde statt, am Wochenende zusätzlich auch zu jeder halben Stunde.
Hinweis: Kinderführungen jeden Samstag und Sonntag; Kindererlebnisführungen nur gegen Voranmeldung!